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Das Cochlea
Implantat |
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Was
ist ein Cochlea Implantat (CI)? |
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Das CI ist eine Innenohrprothese für gehörlose
und hochgradig schwerhörige Menschen. Es ist eine Prothese,
die die ausgefallenen Funktionen des Innenohres ersetzt. Während
das Hörgerät für Schwerhörige nur den Schall
verstärkt, um so auch die Sprache verständlich zu machen,
wandelt das CI den Schall in elektrische Impulse um. Sie werden
dem Hörnerv in einem Muster oder Code zugeleitet, der dem
gesprochenen Wort entspricht. |
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Hier sieht man die Elektrode in der Schnecke:

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Das Cochlea Implantat besteht aus drei Teilen: dem Implantat,
dem Sprachprozessor (SP) und dem Mikrofon.
Das Implantat mit dem Magneten, dem Empfänger
und den Elektroden wird während einer ca. 2-stündigen
Operation unter Vollnarkose vom Operateur in den Knochen hinter
dem Ohr eingesetzt. Die Risiken, über die der Patient sorgfältig
aufgeklärt wird, sind sehr gering. Die Narbe verschwindet
später vollständig unter den Haaren.
Das Mikrofon wird wie ein kleines Hörgerät
über die Ohrmuschel gehängt. Die damit verbundene Sendespule
wird durch den Magneten gehalten und stellt die Verbindung mit
dem Implantat unter der Haut her.
Der Sprachprozessor ist durch ein dünnes
Kabel mit dem Mikrofon verbunden und wird in
der Tasche oder am Gürtel getragen. |
ARBEITSWEISE: Die Schallwellen
werden vom Mikrofon aufgenommen und zum Sprachprozessor geleitet,
der sie in elektrische Signale umwandelt. Diese werden zur Sendespule
hinter dem Ohr zurückgeschickt und durch die Haut zum Empfänger
gesendet. Das Elektrodenbündel, das mit dem Empfänger
fest verbunden ist, stimuliert die Fasern der Hörnerven,
der diese Informationen an das Gehirn weiterleitet. Der gesamte
Vorgang erzeugt beim Implantatträger Hörempfindungen.
Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. |
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Das Implantat von
Cochlear GmbH |
Das Implantat von
Advanced Bionics (Clarion) |
Das Implantat von
Med-EL |
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Der Sprachprozessor
ESPrit 3G von Cochlear GmbH |
Der Sprachprozessor
von Advanced Bionics (Clarion) |
Der Sprachprozessor von Med-El |
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Für
wen eignet sich das CI? |
Für gehörlose oder hochgradig Schwerhörige, die vom Hörgerät
keinen Nutzen mehr haben und deren Hörnerv intakt ist.
Besonders stark profitieren gehörlos oder stark schwerhörig geborene Kinder,
wenn sie möglichst früh implantiert werden. Ihre dann folgende Hör- und
Sprachentwicklung kann in den meisten Fällen als "normal" bezeichnet werden.
Auch frühertaubte Jugendliche und Erwachsene profitieren in der Regel umso
mehr von der Versorgung eines CIs, desto kürzer die Zeit der Ertaubung
andauerte.
Eine besondere Gruppe stellen die Personen
dar, die auf einer Seite gehörlos, auf der anderen Seite sehr schwerhörig
sind; für sie sind die Vor- oder Nachteile einer CI-Versorgung
im Einzelfall zu diskutieren. Erwachsene Gehörlose, die
seit Geburt oder frühester Kindheit an gehörlos waren, werden
nur eingeschränkt vom CI profitieren, da sie selten gut und allgemein
verständlich sprechen gelernt haben und dies nach Implantation kaum
nachholen können. |
Die meisten Ursachen, die für die Gehörlosigkeit
verantwortlich sind, schädigen in den
meisten Fällen die Haarzellen im Innenohr, selten den Hörnerv.
Für das CI geeignet sind diejenigen, deren Hörnerv nicht oder
kaum geschädigt ist. Zur Abklärung ist eine spezielle klinische
Untersuchung notwendig. Für Erwachsene und Kleinkinder ist
eine gesonderte Betrachtung erforderlich.
Anfangs glaubte man, nur gehörlose Personen mit dem
CI versorgen zu dürfen; inzwischen hat es sich erwiesen, dass
auch nicht nur hochgradig, sondern auch mittelgradig Schwerhörige vom CI profitieren.
Eben dann,
wenn mit Hörgeräten zu wenig Gewinn an Sprachverstehen
zu erreichen ist. Dies gilt für Erwachsene wie für
Kinder. Für beide ist es auch wichtig, möglichst bald
nach der Ertaubung ein CI zu erhalten, für die gehörlos geborenen
Kinder so früh wie möglich - spätestens bis
zur Einschulung. Auch ab dem Schulalter ist eine CI Versorgung möglich.
Allerdings wird die Hör- und Sprachentwicklung mit dm Älter werden immer
schwieriger und langwieriger. Natürlich sollten die Kinder eine auf das Hören, Verstehen und Sprechen
ausgerichtete Erziehung erhalten. Da daran maßgeblich die
Eltern beteiligt sind, lassen sich gute Erfolge vom CI nur erwarten,
wenn die Familie zur Mitarbeit motiviert und geeignet ist. Eltern
und erwachsene CI-Träger sollten von vernünftigen
und nicht unerfüllbaren Erwartungen ausgehen. |
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Ausmaß
des Erfolgs und verstehen von Sprache |
Das Ausmaß des Erfolgs lässt sich im einzelnen nur
bedingt voraussagen. Das Ergebnis wird bestimmt durch
- die Dauer der Gehörlosigkeit und damit das Erinnerungsvermögen
an frühere Höreindrücke
- die Anzahl intakter Hörnervenfasern, die vor der Operation
nicht zu erfassen ist, die Erreichbarkeit der Hörnervenfasern;
sie kann beeinträchtigt sein, wenn die Schnecke narbig verlegt
und der Elektrodenträger nur teilweise in die Schnecke einzuführen
ist
- die Motivation des CI-Trägers und seiner Familie oder
Freunde
- die Intensität und Dauer des Hör- und Sprachtrainings.
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Alle CI-Träger dürfen ein besseres Erkennen von Umweltgeräuschen
und auch von Sprache erwarten, insbesondere in Kombination mit
Lippenlesen. Das Sprachverstehen wird um so besser sein, je kürzer
die Dauer der Gehörlosigkeit war. Dann ist auch ein Verstehen von Sprache
ohne Lippenlesen möglich, eventuell sogar am Telefon oder
in lauter Umgebung. Auch Kleinkinder lernen um so eher zu verstehen
und zu sprechen, je kürzer sie gehörlos waren.
Die Hörerfolge sind unterschiedlich, doch mehr als die Hälfte
der Patienten kann Sprache verstehen ohne Lippenlesen. Viele
sind in der Lage, mit bekannten Personen Telefongespräche
zu führen. Bei Kindern wird außerdem die Sprachentwicklung
entscheidend gefördert. |
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Wo
sind die Grenzen des CI's? |
Trotz aller Perfektion in der Nachbildung des Hörorgans
kann das Cochlea Implantat nicht allen Gehörlosen
und Ertaubten helfen. So kann es nur die Funktion des Innenohres
ersetzen und nur teilweise die des Hörnervs.
Patienten mit einer eingeschränkten Funktion des Hörnervs
werden deshalb nicht den vollen Hörgewinn erwarten können
oder, wer schon sehr viele Jahre oder gar Jahrzehnte gehörlos war,
wird Schwierigkeiten haben, sich an die alten Höreindrücke
zu erinnern.
Dies gilt in gleicher Weise für Kinder, die gehörlos geboren
und erst mit 6 oder gar 10 Jahren operiert wurden.
Die CI-Operation ist zunächst nur die ärztliche
Maßnahme; sie bleibt unvollständig, wenn die nachfolgende
Anpassung des Sprachprozessors und das Training im Verstehen
und Sprechen fehlen oder nicht mit der nötigen Ausdauer
erfolgen. |
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Risiken
und Nebenwirkungen |
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Eine Cochlea Implantation birgt in der
Regel nur wenige Risiken in sich
und die Komplikationsrate ist recht gering.
Zu den Risiken gehören:
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Diese Risiken gelten für jede Operation in diesem Bereich
des Körpers. Vor der Implantation wird der Operateur die
Risiken ausführlich mit Ihnen besprechen. |
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Obwohl man die möglichen Komplikationen bedenken sollte,
sind in der Praxis weltweit nur wenige nennenswerte Nebenwirkungen
bei der Implantation eines Cochlea Implantats aufgetreten.
Natürlich leidet der Patient in den ersten postoperativen
Tagen unter einigen Beschwerden (wie z.B. Schwindelanfällen) und
er wird eine Narbe zurückbehalten. Diese ist im Gegensatz zur
Anfangszeit der Implantationen mittlerweile sehr klein geworden und wird
meist sehr schnell durch die nachgewachsenden Haare verdeckt. |