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| 1000 v.u.Z. | Das hebräische Gesetzbuch, der Talmud, spricht den Gehörlosen das Recht auf Eigentum ab. | |
| 427-347 v.u.Z. | Platon sagt, dass man schon bei der Geburt all seine geistigen Fähigkeiten besitzt. Aber ohne Sprache kann sich diese Intelligenz nicht zeigen. Also, so meinte Platon, besitzen Gehörlose keine Intelligenz, weil sie sich nicht äußern können. | |
| 384-322 v.u.Z. | Aristoteles sagt, dass Griechisch die einzige Sprache für Bildung sei und wer diese Sprache nicht hören kann, kann nicht gebildet werden. Jeder Mensch, der kein Griechisch spricht, ist ein Barbar. Also gleichen Gehörlose Barbaren. | |
| Mittelalter | In der Bibel steht: "Am Anfang war das Wort". Daraus schlussfolgerten die meisten Menschen, dass man von Gott nur erlöst werden konnte, wenn man sein Wort "hören" konnte. Und somit konnten Gehörlose nicht von Gott erlöst werden und deshalb durften diese Menschen auch nicht mehr in die Kirche gehen, weil sie sozusagen eine Strafe Gottes seien. | |
| um 1750 |
Abbé Charles Michel (1712-1789) de l´Eppe gründete 1750 die erste Gehörlosenschule in Paris. 1771 eröffnete er die erste öffentliche Gehörlosenschule in Paris. Während dieser ganzen Zeit entwickelte er die "methodische Zeichensprache" (weil er nicht erkannt hatte, dass die Gebärdensprache eine vollständige Sprache ist und war). Abbé Siccard (1742-1822) wurde sein erfolgreicher Nachfolger. Jean Massieu (1772-1846), Schüler an der Französischen Taubstummenanstalt, war der erste gehörlose Gehörlosenlehrer. Laurent Clerc (1785-1869), Schüler Siccards und Massieus. Samuel Heinicke (1727-1790) entwickelte die Lautsprach-Methode und war mit der stärkste Gegner der Gebärdensprache. |
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| 1817 | Thomas Hopkins Gallaudet (1787-1851) und Laurent Clerc gründen in Hartfort, Conneticut/USA das "American Asylum for the Deaf". Dort hat sich aus der Französischen Gebärdensprache und den Slangs der gehörlosen Schüler die Amerikanische Gebärdensprache (ASL) entwickelt. Die meisten Schüler dieser Schule wurden Lehrer und gründeten in der ganzen Welt neue Schulen für Gehörlose. | |
| 1840 bis 1912 | In dieser Zeit wurden die Gehörlosen meist in Gebärdensprache unterrichtet. Circa 40 % der Lehrer waren selbst gehörlos. Es war sozusagen das "Goldene Zeitalter der Gehörlosenbildung". | |
| 1864 | Edward Miner Gallaudet, Sohn von Thomas H. Gallaudet und Sophia Fowler, gründet in Washington, D.C. das Gallaudet College (die erste höhere Bildungseinrichtung für Gehörlose). Abraham Lincoln ermöglichte dies, da er das entsprechende Gesetz dazu unterschrieb. | |
| 1889 | I. Internationaler Kongreß der Gehörlosenlehrer in Mailand, der II. war 1893 in Chicago, der III. 1896 in Genf. | |
| 1900 | IV. Internationaler Kongress der Gehörlosenlehrer in Paris. Beschluss: Der Oralismus sei die einzige Methode, die Gehörlosen zu bilden. (dieser Beschluss war aber nicht rechtskräftig, da allen gehörlosen Lehrern das Stimmrecht davor aberkannt wurde, trotzdem hat sich bis heute die Lautsprach-Methode, vor allem in Deutschland "bewährt"). | |
| 1941-1945 | Während des II. Weltkrieges wurden in den Waffenindustriebetrieben jede Hand gebraucht, die nicht an der Front war. Und so wurden in den Alliiertenländern, vor allem in den USA viele Gehörlose eingestellt. Dies war das erste Mal, daß die Menschen erkannten, daß auch Gehörlose etwas schaffen können. | |
| 1960 | William Stokoe veröffentlicht sein Buch "Struktur der Gebärdensprache", in dem er auch die American Sign Language (ASL) als "echte" Sprache verteidigt. Seit diesem Zeitpunkt fingen die Gehörlosen ihre Revolution richtig an, weil sie nun nicht mehr allein waren. | |
| 1970 | Die "totale Kommunikation" (der Gebrauch von Gebärden- und Lautsprache) entwickelt sich als eine Philosophie. | |
| 1971 | In Boston, Mann./USA startet der erste öffentliche Fernsehkanal, der ausschließlich Sendungen mit Untertiteln zeigt. | |
| 1980 | Erstmalig werden Bücher über die Gebärdensprache von Gehörlosen selbst geschrieben und veröffentlicht. | |
| 1984 | Das Cochlear Implantat wird erstmals an 18jährige und ältere Personen klinisch erprobt (einige Gehörlose sahen und sehen dieses Implantat eher als Zerstörer der Gehörlosen-Kultur an) Seit dem bekommen viele Gehörlosen dieses Implantat, denn viele Eltern gehörloser Kinder, wollen das ihr Kind eine "normale" Schulausbildung erhält und somit ein "normales" Leben führt. Es wird also nicht auf die Ansprüche der Gehörlosen eingegangen. | |
| 1988 | Die Studenten und viele Mitarbeiter der Gallaudet University protestieren gegen die Wahl der hörenden Elisabeth Zinser als Präsidentin. Der "Deaf President Now Protest" (DPN) hält eine Woche lang an und endet mit der Wahl von I. King Jordan als ersten gehörlosen Präsident der Gallaudet University. Außerdem haben seit dem mehr gehörlose Mitarbeiter die führenden Ämter der Universität inne. | |
| Juli 1989 | "The Deaf Way" auf Washington, D.C. findet statt mit mehr als 5000 Gehörlosen aus über 80 Ländern. Daraufhin wurde ein internationaler Gehörlosenverband gegründet und es war der Beginn der Entstehung einer weltumspannenden Gehörlosengemeinschaft. | |
| seit 1980 | Das Thema "Gehörlosigkeit" tritt immer mehr an die Öffentlichkeit. Zum Beispiel durch Bücher (z.B. Oliver Sacks:" Stumme Stimmen") oder Kinofilme (z.B. "Gottes vergessene Kinder", "Jenseits der Stille"). | |
| seit Mitte der 90er | In einigen Ländern Europas wird die Gebärdensprache allmählich als vollwertige Sprache anerkannt. | |